Stephan Köhl – Ein Bayer an der Ostsee

Stephan Köhl ist seit Anfang des Jahres 2024 neuer Geschäftsführer der Tourismus GmbH und hat damit seinen Vorgänger Ulrich Langer abgelöst. Vorherige Stationen des Bayers waren u.a. Bad Wildbad, Bad Ischl und die Hörnerdörfer Tourismus GmbH. Mit seinem süddeutschen Charme versucht er nun das Ostseebad Kühlungsborn für Gäste und Einheimische attraktiver zu machen. Wir waren neugierig und haben für euch gefragt.

Ein Bayer an der Ostsee – wie kamst du auf die Idee von den Bergen an die See zu wechseln?
Wie alle Urlauber auf der ganzen Welt, lieben auch Bayern die Berge und die See. Die wunderschöne Ostsee hatte ich vor allem mit dem Segelboot im Studium schon kennen- und lieben gelernt und jetzt bin ich endlich hier angekommen. Begeistert bin ich aber nicht nur von Kühlungsborn, sondern auch von der spannenden Geschichte der Hanse-Zeit hier im Ostseeraum. Wunderbare Hansestädte wie Wismar, Rostock oder Lübeck ergänzen das Ostsee-Urlaubs-Vergnügen durch höchst spannende kulturelle Hintergründe.

Was gefällt dir am meisten an Kühlungsborn und was macht es so einzigartig?
Kühlungsborn ist ein ganz besonderes Ostseebad. Wir haben tolle Strände mit weißem Sand und kristallklarem Wasser, ohne Tidenhub, ideal für Urlauber jeden Alters. Auf ausgedehnten Spaziergängen direkt am Wasser findet man Seite, Holz, Muscheln und mit ein bisschen Glück vielleicht sogar ein leuchtenden Bernstein! Nirgends ist die Ostsee-Bäderarchitektur so schön erhalten und renoviert wie bei uns in Kühlungsborn. Unsere Hotelbetriebe und Restaurants liegen fast alle zwischen dem weitläufigen Strand und unserer grünen Lunge, dem Stadtwald. Kühlungsborn bietet die weit und breit romantischsten Sonnenuntergänge. Bei uns geht die rote Abendsonne direkt auf dem Wasser unter, stets begleitet von einem langen und einzigartigen Farbenspiel am Abendhimmel. Auch ein Spaziergang am Hafen ist ein ganz eigenes Erlebnis. Unsere Marina hat Platz für bis zu 400 Yachten, die Hafenpromenade bietet maritime Gastronomie und luxuriöse Geschäfte. Vor der Seebrücke liegt unser Hochsee-Rettungsschlepper „MS Baltic“ stets einsatzbereit (7 Tage, 24 Stunden), weil Kühlungsborn genau in der Mitte der deutschen Ostseeküste liegt. Die Baltic ist nicht nur schön anzusehen, sondern gibt mir immer ein gutes Gefühl, denn sie schützt unsere einmalige Ostseeküste vor Schiffsunglücken und Umweltschäden.

Worauf freust du dich 2024 am meisten?
Nach dem kühlen und nassen Winter freue ich mich am meisten auf einen warmen und sonnigen Sommer mit glücklichen Gästen, motivierten Kühlungsbornern und vielen schönen Veranstaltungen und Erlebnissen. Besonders freuen wir uns darüber, dass wir wieder so richtig durchstarten mit Beachvolleyball. Am zweiten und dritten August-Wochenende trifft sich die Elite des deutschen Beachvolleyballs auf dem Sportstrand (Strandabschnitt 3). Volleyballer und alle die es noch werden wollen, können Tickets schon vorab reservieren und wer nur mal reinschauen möchte, ist herzlich eingeladen, freie Plätze kostenlos zu nutzen. Am vierten Augustwochenende veranstalten wir wieder unser großes Ostsee Open Air mit Lou Bega, SASHA und der Partyband Impressionen. Neu ist auch der konzentrierte Eventstrand (Strandabschnitt 2), auf dem im Juli fast durchgehend nachhaltige Veranstaltungen stattfinden können und wir nicht andauernd umbauen müssen. In unseren Konzertgärten veranstalten wir wieder über 150 Musik- und Familienveranstaltungen. Nach einer erfolgreichen Nordischen Eislaufsaison wurde zu Ostern wieder unser Wikingerdorf Kü.Bo.La eröffnet.

Worin siehst du deine größte Herausforderung?
Von der Landesregierung wünschen wir uns eine, der Wichtigkeit der Tourismusbranche, angemessene Förderkulisse. Unsere Ostseeküsten-Mitbewerber links und rechts haben uns leider in den letzten Jahren eingeholt oder teilweise schon überholt. Noch wichtiger ist es mir allerdings, dass wir uns wieder gemeinsam auf unser großes Ziel Kühlungsborn besinnen. Wenn wir es schaffen, Partikularinteressen hinten anzustellen, könnten wir unschlagbar sein. Wir brauchen gegenseitiges Vertrauen, offene Kommunikation und müssen gemeinsam nach vorne blicken! Darüber hinaus sind drei Tourismusthemen bestimmend für die kommenden Jahre: Fachkräftemangel, Nachhaltigkeit und Digitalisierung. Auch wenn wir nicht alle Herausforderungen schon im laufenden Jahr meistern können, arbeiten wir mit Hochdruck an diesen Themen. Im Bereich Digitalisierung sind wir die letzten Jahre schon gut vorangekommen. Fewos, Hotels, Tickets und Erlebnisse sind allesamt online buchbar und wir verbessern stetig die Benutzbarkeit unserer Buchungsplattformen. Aber keine Sorge, wir vergessen die persönliche Betreuung nicht, denn echte Emotionen sind glücklicherweise nach wie vor analog! Der Fachkräftemangel ist die vielleicht größte Herausforderung. Wir müssen die Attraktivität der Branche steigern, neue Fachkräfte für Kühlungsborn begeistern und dafür müssen wir vor allem neue Wohnungen finden.
Nachhaltigkeit ist ein sehr breites Thema. Vor allem die CO2-Emissionen müssen wir dringend reduzieren. Eine Stufe auf diesem Weg ist die Elektromobilität. Ich fahre seit vielen Jahren vollelektrisch und kann das nur wärmstens empfehlen. Kühlungsborn verfügt heute bereits über drei städtische E-Auto-Ladestationen mit zwölf Ladesstellen plus viele weitere Ladestationen an unseren Hotels. Darüber hinaus bieten fast alle Autobahn­knoten in Mecklenburg und Norddeutschland große Schnellladeparks an, so dass jeder E-Auto Gast getrost nach Kühlungsborn reisen kann. Das ist leise, sauber und spart viel Energie und CO2; ein E-Auto fährt mit nur 30–40% Energieverbrauch eines Verbrenners und im besten Fall mit Null CO2.

Ausblick in die Zukunft – welche Visionen hast du für Kühlungsborn?
Ich zeichne in meinen Gedanken folgendes Bild/Vision von Kübo: weiße Strände, kristallklare Ostsee, frische Luft, wunderbare Hotels in direkter Strandnähe, glückliche Gäste jeden Alters, die gemeinsam unsere einmaligen Sonnenuntergänge auf der Strandpromenade, in den Konzertgärten oder in den Gastrobetrieben genießen. Und vielleicht die eine oder andere Freudenträne vergießen, weil Kühlungsborn einfach einzigartige Emotionen hervorruft … Wir brauchen Spitzenqualität und immer wieder neue Impulse von innen, wie auch von außen. Es ist wichtig, dass Gäste ebenso wie einheimische Bürger und Betriebe gleichermaßen von unserer Tourismusqualität profitieren. Daher freuen ich mich auf eine enge und konstruktive Zusammenarbeit mit unseren Kühlungsborner Betrieben und Kulturschaffenden. Aus diesem Grund legen wir aktuell sehr viel Wert auf eine offene und transparente Kommunikation innerhalb Kühlungsborns. Wir schicken unseren Partnern einen monatlichen Newsletter, veranstalten wieder unseren Tourismustag und haben stets ein offenes Ohr für Ideen und Verbesserungsvorschläge insbesondere von Kühlungsborner Betrieben und Privatpersonen.

Zum Schluss wird’s persönlich – was sagt deine Familie zum Umzug an die Ostsee?
Meine beiden Buben Philipp und Florian sind 24 und 25 Jahre, leben und arbeiten in Wien und mögen die Ostsee sehr. Auch meine Lebensgefährtin Elisabeth liebt die Ostsee, ist aber noch lieber in ihren Berchtesgadener Bergen, darum sehen wir uns leider nur ein- bis zweimal im Monat. Meine beiden Schwestern leben in München und Sevilla, die kommen mich im Sommer besuchen. Auch viele Freunde von mir aus Bayern und Österreich haben sich bereits angekündigt.


 

Stephan Köhl
Geboren wurde ich 1964 in München, aufgewachsen bin ich im Münchner Seenland. Nach meinem Bundeswehrdienst ging ich 1985 zum BWL/Marketingstudium zunächst nach Passau, dann an die TU Berlin mit Auslandssemestern in Lissabon und Dublin. Nach meinem Abschluss als Dipl.-Kfm. wechselte ich 1990 beruflich nach Wien und war dort 15 Jahre im beginnenden Digital-Bereich tätig. Nach unserer Trennung blieb meine Familie in Wien und ich wechselte nach Tirol in die Tourismusbranche, zunächst als Marketingleiter am Wilden Kaiser. Dann wurde ich Geschäftsführer der Landkreis-weiten Berchtesgadener Land Tourismus GmbH. Anschließend war ich in Folge Geschäftsführer des Staatsbads Bad Wildbad im Nordschwarzwald, des kaiserlichen Kurorts Bad Ischl im Salzkammergut und der Hörnerdörfer im Oberallgäu. Jetzt bin ich im schönsten Ostseebad angekommen und bringe gerne meine Erfahrungen im TFK Team mit ein, wo immer sie zu Kühlungsborn passen.

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