Strandfein in Kühlungsborn

Jeder genießt es bei schönstem Sonnenschein komplett zu entspannen. Ob man einen Tag voller Genuss am Strand verbringt oder auf Wanderschaft entlang der Küste unterwegs ist, es kommen vermutlich immer wieder die Fragen auf: Was sind das für Holzpfähle im Wasser? oder wozu all diese Warnschilder an denStrandabgängen, mit der Aufschrift „Betreten der Dünen verboten“? Das alles ist notwendig, denn es steckt viel Aufwand dahinter, den langen Sandstrand zu erhalten. So ist Kühlungsborn seit je her stark im Bereich des Küstenschutzes engagiert und versucht mit verschiedenen Maßnahmen die selbstgesteckten Ansprüche an unser Naturbewusstsein zu erfüllen. Nehmen wir zum Beispiel die Errichtung der, mit Strandhafer verstärkten, Dünen. Zum einen schützen sie sämtliche küstennahe Anlagen vor Schäden durch Fluten und beugen somit einer Verunreinigung des Küstenstreifens vor. Weiterhin dienen sie aber auch als Brutstätten für heimische Vogelarten und durch selbstständige Regeneration, mit Hilfe des Strandhafers als natürlichen Sandfänger, wird der maschinelle Aufwand auf ein Minimum reduziert um die Natur selbstständig arbeiten zu lassen.
Daher ist es wichtig, dass die Dünen nicht betreten werden. Zum einen, zum Schutz der Brutstätten und zum anderen, um eine Schädigung des Strandhafers zu vermeiden, da dieser eine zentrale Rolle auf und in einer Düne spielt. Mit seinem weit- und tiefreichenden Wurzelwerk ist er unerlässlich für die Stabilität der Düne. Durch das Betreten schädigt man die gesamte Pflanze, die somit abstirbt. Dies hätte zur Folge, dass die Erneuerung der Düne in zeitlich kürzeren Abständen erfolgen müsste und der Mensch dadurch öfter und stärker als nötig in die Natur eingreifen muss. Ein weiterer, wichtiger und für unsere Gäste auch interessanter Punkt ist die, durch eine Sandaufspülung, Verbreiterung des Strandes. Aber was hat das mit Küstenschutz zu tun? Natürlich darf man hierbei nicht außer Acht lassen, dass durch das Abpumpen des Sandes der Lebensraum von Tieren zerstört wird. Um dem entgegen zu wirken greift man nur auf bestimmte Entnahmestellen in der Ostsee zurück und vermeidet somit eine willkürliche Entnahme, sowie die großflächige Zerstörung von Lebensräumen. Um diese Entnahmestellen nicht zusätzlich zu belasten wurde in Kühlungsborn ein Sandauffangbecken, direkt an der westlichen Mole des Hafens, ausgehoben, sodass man bei dringendem Bedarf auf eigene Ressourcen zurückgreifen kann. Ein weiterer Vorteil der Verbreiterung des Strandes ist der verlängerte Weg für die See, im Falle einer Flut, an die angrenzende Promenade und ihre Verkaufsstätten, was ebenfalls der Verunreinigung des Strandes entgegenwirkt.

In Zusammenhang mit der Sandaufspülung ergibt sich auch der Sinn und Zweck der Holzpfähle, welche korrekt als Buhnen bezeichnet werden. Die Buhnen dienen zum einen als Wellenbrecher und nehmen den einfallenden Wellen somit viel Kraft ihrer Strömung. Dies erhöht, durch die geringe Strömung zwischen den Buhnen, den Badespaß für unsere Gäste und verhindert auf der anderen Seite das sofortige Abtragen des neu aufgespülten Sandes. Durch diesen Vorgang wird eine erneute Aufspülung des Sandes für mehrere Jahre überflüssig und die Natur kann, mit etwas Beihilfe, alles selbstständig regulieren.